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Uhu (Bubo bubo)
Lebensweise:
Der Uhu ist mit etwa 70 cm Länge, 2,4-5 kg Gewicht und bis zu 1,75 m Flügelspannweite die größte Eulenart weltweit. Dieser mächtige, erdbraun gefärbte Vogel hat einen großen Kopf mit feurig orangefarbenen Augen und langen Ohrbüscheln. Der Uhu
ist überaus anpassungsfähig, sowohl bezüglich seines Lebensraumes als auch seiner Nahrung. Er bewohnt verschiedenste Landschaften vom Hochgebirge bis in die Flußauen. Dabei jagt er bevorzugt Säugetiere bis zur Fuchsgröße und Vögel, seltener Insekten, Krebse, Fische, Amphibien und Schlangen. Auch Greifvögel wie Mäusebussard und Turmfalke, aber auch Waldkäuze, sind vor ihm nicht sicher. Vor Jahren hatte ein Uhu in Chemnitz auf dem Städtischen Friedhof Quartier genommen und ernährte sich fast ausschließlich von verwilderten Haustauben, die er kurz nach Einbruch der Dämmerung im Bereich des Bernsdorfer Platzes vor den Augen der fassungslosen
Passanten erbeutete.
Als nachtaktiver Einzelgänger durchstreift er ein Revier von 15-80 Quadratkilometer Größe und verteidigt es erbittert gegen Konkurrenten. Am Tage ruht der Uhu an sicheren Orten, so in Baumkronen, dichtem Gebüsch oder in der Felswand. Wird er von Krähen oder anderen Vögeln aufgestöbert, greifen diese nicht selten den Uhu an, so dass man den Uhu mit etwas Glück auch einmal am Tage beobachten kann.
Fortpflanzung:
Der Uhu ist mit 2-3 Jahren geschlechtsreif. Mit weit hörbaren „buho“-Rufen wirbt das unverpaarte Männchen um die Gunst eines Weibchens. Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen. Bereits zeitig im Jahr, je nach Region zwischen Februar und Mai, brütet der Uhu in Felswänden, Kiesgruben oder auch zwischen Baumwurzeln umgestürzter Bäume. 2-4 Jungvögel werden vom Weibchen erbrütet und danach im Nest betreut während das männliche Tier unermüdlich Futter heranträgt.
Bestand:
Der Uhu galt über viele Jahre als vom Aussterben bedroht. Jagd, Aushorstung, Vergiftung durch Pestizide sowie Unfälle mit Fahrzeugen und Stromleitungen waren die Ursachen dafür. Auch im Großraum Chemnitz war er verschwunden. Seit Anfang der 90iger Jahre hat er ehemals von ihm besiedelte Gebiete zurückgewonnen. Erste Sichtungen gab es im Zeisigwald in der Nähe der großen Mülldeponie Weißer Weg, im Einsiedler Wald zwischen Steinbruch Dittersdorf und dem Dachsberg in Kemtau. In der Zwischenzeit kommt der Uhu wieder flächendeckend im Erzgebirge vor, so auch entlang der Zschopau.