Wahrscheinlich wurde Giovanni Bernardone, so der Geburtsname des uns heute als heiliger Franz von Assissi bekannten Ordensgründers, im Jahr 1181 (oder 1182) in Assisi, einer Stadt in der heutigen italienischen Provinz Perugia geboren. Er entstammte wohlhabenden bürgerlichen Verhältnissen. Sein Vater, ein weitgereister Tuchhändler,
legte Wert auf eine hohe Bildung seines Sohnes. 
In der Schule der Pfarrei San Giorgio lernte er Lesen, Schreiben
und Rechnen sowie Latein. Mit dem Geld seines Vaters war es
ihm möglich, ein ausschweifendes Leben zu führen. Um in den Adel aufsteigen zu können zog er im November 1202 als junger Lebemann in den Städtekrieg zwischen Assisi und Perugia. Nach der Niederlage der Stadt Assisi im Gefecht bei Collestrada gerät er in Gefangenschaft. Nach mehr als einjähriger Einkerkerung in Perugia kommt er durch das Lösegeld seines Vaters frei. Krank und durch die Erlebnisse des Krieges erschüttert kehrt er in seine Vaterstadt zurück. Trotzdem will er sich 1204 oder 1205 dem
Heer des Walter III. von Brienne anschließen, um das von den Staufern besetzte Apulien für den Papst zurückzuerobern. Doch auf dem Weg in das Kriegsgebiet hört Franziskus im Traum die Stimme Gottes, die ihm gebietet, nicht ein weltlicher Ritter zu werden, sondern sich in den Dienst Gottes zu stellen. Er kehrt
um und statt nach einem Adelstitel strebte er jetzt nach Erleuchtung.
Giovanni flieht in die Einsamkeit, lebt in Wäldern und Höhlen. Seine Begegnung mit einem Aussätzigen während seiner Wallfahrt nach Rom wird zum entscheidenden Erlebnis auf der Suche nach einem gottgewollten Leben. Er überwindet sich, küsst den Kranken und pflegt ihn. Fortan führt er ein Bettlerleben und verwendet das väterliche Vermögen zur Speisung der Ärmsten.
Während er im Jahr 1205 in der Kirche San Damiano in Assisi betet, glaubt er die Stimme von Christus zu hören, die ihn auffordert, das stark zerstörte Gotteshaus wieder aufzubauen. Franz, latinisiert Franciscus oder Franziskus, beginnt sofort mit dem gottgefälligen Werk und erntet dafür den Zorn des Vaters. Dieser zieht ihn im Jahr 1206 vor Gericht, um ihn zu enterben. Vor den Bischof von Assisi gerufen, entkleidet sich Franz in aller Öffentlichkeit und entsagt allem Besitz. Die Bürger sind entsetzt, aber Franz geht unverzüglich ans Werk. Er erbettelt in den Straßen etwas zu essen für sich, ebenso das Baumaterial zur Renovierung von San Damiano , von San Pietro della Spina (zerstört) sowie der etwa 3 km von Assisi entfernten Kapelle Santa Maria degli Angeli, die unter dem Namen Portiuncula bekannt wird. Aus anfänglichem Hohn und Spott wird allmählich Anerkennung und Bewunderung.

Während der Messe in der Portiuncula am 24.02.1208, dem katholischen Gedenktag des Apostels Matthias, fällt Franz die Stelle im Matthäus-Evangelium (10,5-14) auf, die von der Aussendung der Jünger kündet. Er beschließt, so wie die Apostel zu leben, nämlich in Armut und das Evangelium verkündend (apostolisches Leben). Fortan kleidet er sich in eine mit einem Strick gebundene grobe Kutte und verzichtet großteils auf Schuhwerk.
Etwa ab dem Jahre 1209 schließen sich ihm einige Gefährten an, die die Texte des Neuen Testaments als Lebensnorm (1. Regel) akzeptieren. Franz verpflichtet sie als „Mindere Brüder“ in Armut und Buße tuend zum Dienst an der Kirche und der Menschheit insgesamt. Anfangs bewohnen sie eine Hütte in Rivotorto im Rieti-Tal, erhalten dann aber vom Abt der Benediktinerabtei am Monte Subasio das Kirchlein Portiuncula als Heimstatt.
Als die Gruppe zahlenmäßig wächst, unternimmt Franz
zusammen mit seinen ersten 12 Gefährten – in Anlehnung an
die 12 Jünger von Jesus – eine Reise nach Rom, um den Papst
um Anerkennung der ersten Fassung der franziskanischen Lebensregel, auch Urregel genannt, zu bitten. Er findet im
Umfeld des Papstes Fürsprecher, vor allem in Kardinal Ugolino
von Ostia. Im Jahr 1210 billigt auch Papst Innozenz III. diese Form des Dienstes an der Kirche und erteilt seine Zustimmung auf Probe. Bereits 1212 gründet die Adlige Klara von Assisi eine Schwesterngemeinschaft und wahrscheinlich anlässlich des IV. Laterankonzils von 1215 wird die päpstliche Anerkennung des Ordens erteilt.
Franz gelingt es, die Menschen von der Erneuerung der Kirche durch das Armutsgelübde zu überzeugen. Damit war die Grundlage für die Entstehung des Dritten Ordens, lat. Tertius Ordo, gelegt. Darunter verstehen wir die Vereinigung von Laien, die im Sinne eines kirchlichen Ordens nach Vollkommenheit streben und sich der Leitung dieses Ordens durch Angliederung unterstellen. Im Unterschied zum 1. (männlichen) und 2. (weiblichen) Orden klösterlichen Zweiges lässt der Dritte Orden die Bildung einer Klostergenossenschaft, aber auch den Verbleib im weltlichen Alltag und Beruf zu.
1219 reist Franz als Missionar nach Palästina und schließt sich dem Kreuzfahrerheer an, das nach Ägypten abgeht. In der Nähe von Damiette an der Nilmündung predigt Franciscus im Lager des muslimischen Heeres vor Sultan Al-Kamil. Sein Ziel, den Sultan zum christlichen Glauben bekehren zu können, erreicht er nicht, obwohl dieser von Franz schwer beeindruckt ist. Und auch die Verhinderung der bevorstehenden Schlacht ist ihm nicht gelungen.
Aus dem Orient kehrt Franz krank zurück. Er hat sich eine schwere Augeninfektion zugezogen. Aber auch um die Gemeinschaft der minderen Brüder ist es schlecht bestellt. Die Spannungen im Orden, der sich bereits über ganz Europa ausgebreitet hat, haben zugenommen. Dabei wird die Besitzlosigkeit der Brüder zur Nagelprobe des Zusammenhaltes. Franz ist enttäuscht, die Gemeinschaft nicht auf Dauer auf dem von ihm eingeschlagenen strengen und grundsatztreuen Kurs halten zu können. 1220 legt er deshalb die Leitung des Ordens nieder. Petrus Catani wird sein Nachfolger.
Nach der Abgabe der Ordensleitung zieht er sich auch innerlich aus der Gemeinschaft zurück, worunter er leidet. Schon seit 1212 nutzte er zur Meditation eine Felsnische auf dem Berg La Verna. Diese Felsnische Fonte Colombo wird jetzt seine Einsiedelei. Hier verfasst er, eher widerwillig, auf Weisung der römischen Kurie die letzte Version der franziskanischen Ordensregel. Auf der Pfingstkapitel genannten Ordensversammlung in der Portiuncula wird diese endgültige, bullierte Regel (Regula bullata) im Juni 1223 von den Brüdern diskutiert und am 29.11.1223 von Papst Honorius III. genehmigt. Sie löste die zweite, nichtbestätigte Regel (Regula non bullata) aus dem Jahre 1221 ab.
Am 17.09.1224, drei Tage nach dem katholischen Fest der Kreuzerhöhung, werden an Franz Wundmale sichtbar, die als Einprägung der Wundmale von Christus gedeutet werden. Das gilt als erster überlieferter Fall einer Stigmatisation.
Am Augenleiden erblindet und vom vielen Fasten magenkrank nimmt Franz die Einladung des Bischofs von Assisi an und sucht ihn in seinem Palast auf. Doch er ist bereits erheblich geschwächt und zieht sich in die Portiuncula zurück. Dort stirbt er zwei Tage später , am 03.10.1226.
In seinen Regeln, Ermahnungen, Sendschreiben und Gebeten drückte er seine tiefe Frömmigkeit und Gläubigkeit aus. Als besonders eindrucksvoll gilt dabei der „Sonnengesang“.
Bereits zwei Jahre nach seinem Tod wird Franz von Assisi durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Seine Gebeine ruhen in der von Elias von Cortona erbauten Doppelkirche San Francesco, in der auf einem Freskenzyklus von Giotto (1296) die Franziskuslegende dargestellt wird.
Das Leben und die Ideen des hl. Franz von Assisi wirken bis heute nach. Es fand in zahllosen Kunstwerken und Dichtungen seine Verewigung.